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Back to the Roots: Vom Windows-Mobile-Handy zum Nokia N78

Freitag, 5. Dezember 2008 | Autor: Moritz

Ok, so richtig entspricht das Nokia N78 nicht den Wurzeln meiner Handy-Erfahrung von vor fast 10 Jahren. Aber auch damals war mein erstes richtiges Hand ein Nokia. Mein zweites ebenfalls. Dann bin ich abtrünnig geworden und hatte ein Motorola… das ich froh war, nach zwei Jahren nicht mehr nutzen zu müssen. Bedienungstechnisch und von der Zuverlässigkeit her das reinste Grauen.

Getrieben durch meine Art der Handynutzung, die fast ausschließlich im Schreiben von SMS bestand, wurde mein nächstes Handy ein O2 XDA Mini S — ein Rebranding des HTC/Qtek 9100. Das hatte eine Tastatur zum Ausschieben. Genial fürs SMS-Tippen; das ging wirklich immer gut. Es war allerdings auch hässlich, klobig und schwer. Außerdem hatte es WIndows Mobile 5 drauf, das stets zum Haare ausreißen schlecht zu bedienen war (vor einer Weile habe ich darüber geschrieben, wie man auch solchen Windows-Handys eine hübschere und praktischere Oberfläche verpassen kann).

Als vor einigen Monaten die Frage aufkam, was ich mir denn für einen Nachfolger besorgen würde, waren gerade die neuen Modelle von HTC angekündigt worden. Ich konnte mich zuerst nicht zwischen dem HTC Touch Diamond (alias O2 Touch Diamond) und dem HTC Touch Pro entscheiden — letzteres hat wieder eine integrierte Tastatur, ist allerdings auch wieder unschön fett. Mit den hässlichen grauen Business-Handys der Vergangenheit war es auf jeden Fall vorbei…

… nicht aber mit Windows als Betriebssystem. Als das Diamond schließlich in den Läden stand, habe ich’s mal etwas näher unter die Lupe genommen. Auf dem Papier klang ja alles toll. Und Optik und Haptik stimmen auch tatsächlich. Windows Mobile allerdings ist auch in Version 6 noch ein Graus. Bedienung mit den Fingern: Nix da. Vieles ist nach wie vor so klein, dass man den Stylus braucht. Von der Effizienz und “Smoothness” eines iPhones ist man da noch weit entfernt.

Was also hab ich gemacht? Mir schlussendlich ein Nokia geholt. Mit ganz normalem Zahlentastenfeld, ganz ohne irgendeine QWERTZ-Tastatur und ganz ohne Touchscreen. Und ich muss sagen, ich bin begeistert:

  • Durchdachte Menüs, locker mittels Tasten bedienbar. Alles ist einfacher zu erreichen und durchzuführen als mit meinem alten Windows-Mobile-Handy (“trotz” fehlendem Touchscreen).
  • Symbian S60 als Betriebssystem. Auch dafür — wie für Windows Mobile — gibt es 1000 kleine Programme, die teilweise extrem praktisch sind. Meinen Audiobook-Player, möchte ich z.B. nicht mehr missen. Der merkt sich wenigstens endlich, wo genau ich in einer 50 Minuten langen Datei zuletzt war. (Auch in Punkto Spiele: Riesige Auswahl.)
  • WLAN: Ist deutlich flotter als in meinem alten Handy. Und das Management von WLAN-Accesspoints ist viel einfacher. Außerdem sehr schlau gemacht: Wenn das Handy ins Netz will und ein bekanntes WLAN in der Nähe ist, kann man das mit einem Klick benutzen. Wenn nicht, kann man nach WLANs suchen, oder einfach über UMTS/GPRS (was auch immer das Netz gerade hergibt) ins Internet gehen.
  • UMTS & Browser: Surfen geht wirklich einigermaßen ordentlich. Um Preise im Laden mit Online-Preisen zu vergleichen, nutze ich es regelmäßig. (Browsen per Notebook und Bluetooth über UMTS hab ich noch nicht getestet. Mal sehen, wann ich dazu mal komme.)
  • Pod- und Webcasts: Die Audio- und Videofähigeiten des Nokias sind prima. Abends im Bett mal schnell die Tagesschau gucken ist kein Problem.
  • GPS: Es dauert ne Weile, bis alle benötigten Satelliten ordentlich erkannt sind. Aber dann funktioniert es wirklich gut. Und verbraucht längst nicht so viel Strom, wie ich gedacht hätte. Routen aufzeichnen und im brauchbaren Format exportieren ist kein Problem.
  • Tastatur: Mit den länglichen Tasten kommt sicher nicht jeder klar. Ich finde, man kann darauf sehr ordentlich SMS tippen. Das T9 funktioniert sinnvoll und alle Tasten sind durchdacht belegt (viel besser z.B. als ich das von Motorola kenne).
  • Soundqualität: Mit ordentlichen Kopfhörern sehr gut. Und das Handy hat einen normalen 3,5er Klinkenanschluss. (Ich hör mit dem Handy aber fast ausschließlich stark komprimierte Hörbücher, da hab ich nicht viel von der tollen Qualität. ;) )
  • Optik: Sehr schick, auch wenn die Klavierlackoptik natürlich Fingerabdrücke anzieht. (Aber wenigstens passt das verschmierte Handy so besser zu meinem ebenfalls in Klavierlackoptik gehaltenen Notebook. ^^)
  • Verarbeitung: Die Spaltmaße könnten an manchen Stellen etwas besser sein. Insgesamt aber nix Besorgniserregendes.
  • Akkulaufzeit: Könnte besser sein. Ich mache mittelmäßig viel mit dem Handy und lade es ca. alle drei Tage auf. (Das Netzteil ist allerdings super klein; sehr angenehm.)

Alles in allem bin ich rundum zufrieden. Es war auf jeden Fall die richtige Wahl, wieder ein “normales” Handy zu nehmen. Naja, normal zumindest was die Bedienung angeht. Features wie das WLAN will ich nicht mehr missen. Das nutze ich mit dem Nicht-Touchscreen-Nokia tatsächlich mehr als mit meinem alten Touchscreen-Windows-Mobile-Handy.

Und wer weiß… vielleicht kann ich ja in zwei Jahren bei der nächsten Vertragsverlängerung auf ein sinnvolles Handy mit dem open-source (größtenteils) Betriebssystem Android umsteigen. :) Kann ja nicht mehr lange dauern, bis da ein echter iPhone-Killer rauskommt, der nicht den ganzen fiesen Apple-Restriktionen unterliegt, die verhindern, dass ich mir jemals ein iPhone zulegen würde. Man darf ja noch hoffen… :)

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Thema: Handy, Hardware

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